Jean-Paul Sartre: Geschlossene Gesellschaft

Zusammenfassung

Patrick Bucher
1. März 2013

Jean-Paul Sartres Einakter Geschlossene Gesellschaft spielt in der Hölle, welche durch einen Salon im Stile des Second Empire dargestellt wird. Ein Kellner führt nacheinander drei Personen in diesen Salon, die sich jeweils auf eines der drei Sofas setzen. Der Journalist und Literat Joseph Garcin wird als erster in den Salon geführt. Er wundert sich über den Stil des Raumes, da er eigentlich Foltergeräte erwartet hat. Der Kellner macht ihn mit den Eigenheiten des Raumes bekannt: Das Licht kann nicht ausgelöscht werden; die Klingel neben der Tür funktioniert nicht immer. Die Türe kann nur von aussen geöffnet und geschlossen werden. Nun wird Inés Serrano in den Raum geführt, die Garcin für einen Folterknecht hält. Zuletzt bringt der Kellner Estelle Rigault in den Salon, die Garcin für ihren früheren Geliebten hält.

Garcin war für eine pazifistische Zeitung tätig. Als man ihn zum Kriegsdienst einziehen wollte, ergriff er die Flucht und wurde erschossen. Neben seiner Ehe führte er verschiedenste Affären, sogar unter den Augen seiner Frau. Inés wohnte mit Florence und ihrem Vetter zusammen. Nachdem dieser von der Strassenbahn überfahren wurde, vergaste Florence Inés und sich selbst. Estelle zeugte mit ihrem Liebhaber Roger ein unehliches Kind. Damit ihr Mann Pierre nichts davon erfuhr, warf sie ihr Kind unter den Augen Rogers in den See, der sich daraufhin das Leben nahm.

Aus der Hölle beobachten die drei ihre früheren Mitmenschen. Estelle bemerkt, dass sich Pierre auf die Blondine Olga einlässt. Sie macht sich an Garcin heran, worauf Inés ihr vorwirft, eine Männerbegierde nötig zu haben. Garcin möchte die Flucht ergreifen, betätigt die Klingel und trommelt wild an die Tür. Estelle bittet Garcin, nicht wegzugehen, wirft im Feigheit vor und droht an, selbst fort zu gehen, sollte sich die Tür öffnen. Als die Tür sich öffnet, beschliesst Garcin, doch im Salon zu bleiben. Estelle wirft sich auf Inés, um sie vor die Tür zu werfen. Inés fleht sie an, im Salon bleiben zu dürfen. Garcin befiehlt Estelle, Inés loszulassen, da er ihretwegen geblieben sei. Auf Inés Vorschlag macht Garcin die Türe wieder zu. Sie bezeichnet ihn als einen Feigling. Estelle will von Garcin geküsst werden, damit er sich bei Inés für die Beschuldigung rächen kann. Garcin lässt Estelle los. Er kann sie nicht lieben, da Inés zwischen ihnen steht. Estelle stürzt sich mit einem Messer auf Inés, erkennt aber die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens, sind doch schon alle drei längst tot.

Quelle

Jean-Paul Sartre: Geschlossene Gesellschaft, Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag (2010). 48. Auflage. Aus dem Französischen von Traugott König. ISBN-13: 978-3-499-15769-1